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Höhenbergsteigen

Posted by admin on Oktober 11, 2011  |   No Comments »

Touren im Hochgebirge sind unser Ziel. Natürlich bereiten wir uns gewissenhaft auf diese Touren vor und teilen diese Gedanken gerne mit dem interessierten Leser:

Akute Bergkrankheit

Nach einer erfolgreich durchgeführten Höhenanpassung kann man sich auf Dauer in Regionen bis ca. 5500 m Höhe aufhalten, was in etwa die Obergrenze für das Basislager beim Höhenbergsteigen darstellt. In Höhen über diese Grenze von ca. 5500 m hinaus spricht man dann von einer Adaption für einen nur noch zeitlich begrenzt möglichen Aufenthalt in diesen Regionen. Bereits in Höhen über 3000 m können alle Formen der Höhenkrankheiten auftreten. Die ersten Symptome sind meist Kopfschmerzen, extreme Müdigkeit und Appetitlosigkeit. Sie sind das Resultat einer nicht oder nicht genügend stattgefundenen Akklimatisation und entstehen infolge Ansammlung von Flüssigkeit an ungewohnten Orten in unserm Körper, so z. B. im Kopf, in der Lunge, in Händen und Füssen.

Alle ungewohnten körperlichen Erscheinungen wie Unwohlsein, Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit und Müdigkeit müssen bis zum Beweis des Gegenteils als Symptome der akuten Bergkrankheit erkannt und akzeptiert werden. Bei Auftreten diesen Symptomen ist es unbedingt erforderlich unter keinen Umständen höher zu steigen. Sollten die Beschwerden nach 24 Stunden Warten gleich oder schlimmer sein, muss zwingend abgestiegen werden. Verschlimmern sie sich innerhalb kurzer Zeit, muss auch mitten in der Nacht abgestiegen werden. Sind sie nach ehrlichem Hinterfragen nach einem Tag verschwunden, so steht einem weitern Aufstieg nichts im Weg.

Höhen- Lungenödem

Beim Höhenlungenödem, einer Ansammlung von Wasser in der Lunge, steht der krasse Leistungsabfall als Hauptsymptom im Vordergrund. Kommen dazu  noch Atemnot, rasselnder Husten oder gar blutiger Husten dazu, ist in jedem Fall ein Lungenödem zu befürchten. Auch hier gilt: schnellstmöglich absteigen. Die Therapie der Wahl ist bei allen Formen der Höhenkrankheit der Abstieg.

Höhen -Hirnödem

Die wohl bedrohlichste Form der Höhenkrankheit ist das Höhenhirnödem, bei dem der Bergsteiger verwirrt und teilnahmslos wird. Als klarer Hinweis gilt auch der Verlust des Gleichgewichtssinns, torkeln und erbrechen sind weitere Symptome. Es muss ohne zu zögern und unter allen Umständen abgestiegen werden.

Therapie und Prophylaxe der akuten Höhenkrankheit

Der bereits erwähnte Abstieg ist die Therapie der Wahl. Natürlich können auch Medikamente zur Therapie eingesetzt werden. Heute werden vor allem nichtsteroidale Entzündungshemmer und Acetazolamid (Diamox) bei der akuten Bergkrankheit, Calciumantagonisten beim Höhenlungenödem und Steroide, meist in Kombination mit den vorher erwähnten Medikamenten verwendet, weil eine klare Bestimmung des Krankheitsbildes schwierig ist.

Weiterhin kommen Sauerstoffflaschen und Überdrucksäcke (Gamow-Bag) zum Einsatz wenn diese vorhanden sind. Dies ist meist bei kommerziellen Expeditionen der Fall. Alpinisten, die diese Leistungen nicht in Anspruch nehmen, müssen sorgfältig überlegen ob sie das zusätzliche Gewicht und Volumen mitführen oder nicht. Medikamente sollten in jedem Fall dabei sein und die Verabreichung und Dosierung vorab trainiert werden.

Man darf allerdings von diesen Medikamenten keine Wunder erwarten und nicht vergessen, dass der Abstieg alle beschriebenen Probleme löst und daher im Zweifelsfall immer als erstes durchgeführt werden sollte – Gipfelerfolg heißt vor allem gesund wieder im Tal anzukommen.

Prophylaxe Höhenkrankheit

Es ist bewiesen, dass weder körperliche Fitness noch jahrelanges Bergsteigen oder das Geschlecht vor Höhenkrankheit schützen. Der einzige Schutz ergibt sich aus der richtigen Akklimatisation. Akklimatisieren bedeutet, sich nach und nach eingewöhnen, anpassen. Konkret sollten folgende Regeln befolgt werden:

  • Schlafhöhen pro Tag nicht mehr als 300 bis 500 m verschieben
  • alle 1000 Höhenmeter einen Rasttag einlegen
  • langsam Aufsteigen
  • Anstrengungen vermeiden

Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist immer gut, es gibt aber keine gesicherten Hinweise, dass man sich dadurch vor der Höhenkrankheitschützen kann.

Medikamentöse Prophylaxe?

Vor allem nordamerikanische Bergsteiger schwören auf die medikamentöse Prophylaxe mit Acetazolamid. Der medizinische Wert in Therapie und Prophylaxe insbesondere bei längerem Aufenthalt in der Höhe ist unbestritten. Bergsteiger ohne Vorgeschichte von Höhenproblemen sollten dieses Medikament jedoch nicht prophylaktisch einnehmen. Unser Körper hat die Möglichkeit, sich auf ungewohnte Höhen einzustellen, sofern man ihm genügend Zeit zur Akklimatisation gibt.


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